since 2009

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Photos from my archive, new and old stuff from the world of skateboarding. All logo designs by Eduardo Pigatto, Brazil (Cover Photo by Alexander Schulte-Stemmerck, all other photos by Chris Eggers unless otherwise noted)


Mittwoch, 6. Dezember 2017

Bowl Bash 2017 (mal anders)

Leider konnte ich dieses Jahr nicht zum Bowl Bash kommen, daher freue ich mich um so mehr über einen Gastbeitrag von HJ Knobloch mit Ergänzungen von Ben Ali und Photos von Paul Needham und Patrick Kluge
Danke. 

I could not attend Bowl Bash this year so I am more than happy to offer a guest text by HJ KNobloch with additions by Ben Ali and Photos by Paul Needham and Patrick Kluge
Thanks. 

HJ Knobloch:

In letzter Zeit hört man viel zu viel über Zwistigkeiten und eine mögliche Spaltung der Skateszene. Dagegen zeigte der sechste Bowl Bash am 2. Dezember 2017, wie es sein sollte: Skater, denen man schon am Shirt ansah, dass sie für Olympia so viel übrig haben wie für ein Dixi-Klo, ein Mitglied des Team Germay Skate und -wohl weitgehend unbeachtet- ein leibhaftiger Verbandsfunktionär hatten gemeinsam Spaß und eine richtg heftige Session.


Obwohl die Organisation dieses Mal erst spät stand und die Einladung kurz vor dem Event kam, fanden Teilnehmer u. a. aus dem Rhein-Main-Gebiet, vom Bodensee, aus Stuttgart und aus Augsburg den Weg zum Rock-n-Roll Bowl. Insgesamt 37 Teilnehmer waren am Start, allerdings fehlten bei den Veteranen einige gewohnte Gesichter. Die Ü40 Altersklasse ist wohl am ehesten die, in der die Adventswochenenden durch andere Termine blockiert sind. Das Niveau litt jedenfalls nicht, alleine drei oder vier Teilnehmer zeigten im Run Wall-Bashs, die auch eines Best Trick Contests würdig gewesen wären.

Einer der Punkte, der die meisten Bowlskater verbindet (jedenfalls die Ü16-jährigen), ist die Vorliebe für Sportgetränke auf Gersten- und Hopfenbasis. Und wie bei der Formel 1 waren hier unterschiedliche Tankstrategien zu beobachten. Während der eine so früh anfing, dass er zum Finale wieder fit war, trank der andere später und ließ sich beim Finale ganz einfach doublen. So fraglich es also bei einigen ist, woher der Kopfschmerz am nächsten Tag kommen wird, beim späteren Sieger war es ganz klar - er musste zwei heftige Slams im Bowl wegstecken.

Eine schier unlösbare Aufgabe ist es bekanntlich, Skater dazu zu bewegen denjenigen, die gleich dran sind, den Vortritt zu lassen. Beim Bowl Bash kann man immerhin, solange gerade Practise und Contest einer anderen Gruppe laufen, in die Miniramp der Rock-n-Roll-Bar oder die daneben liegende Skatehalle des Rollbrett e.V. ausweichen. Auch einige eingefleischchte Street-Skater fanden den umgekehrten Weg von der Halle zum Bowl, um mit zu feiern. 
Und Julio, der freundlicherweise dieses Jahr das Mikro übernahm, bekommt für nächstes Jahr von Ole eine Crash-Kurs in Bowl- und Old-School-Tricks. Dann kann er auch Miller Flip, Texas Plant etc. als solche ansagen und nicht nur als "schönes Ding" (was in den Final-Jams dann völlig zurecht mehr und mehr in "krasser Scheiss" überging).



An Matze, den Herrn der 50.000 Schrauben des Bowls, und den diesjährigen Sponsor Titus Karlsruhe geht der Dank, die Tradition des Bowl Bash aufrecht zu erhalten. 

Apropos Tradition - immerhin zwei der drei Teilnehmer der Kids-Klasse beim allerersten Bowl Bash standen dieses Jahr in den Finals bei den Großen. Die Aussichten sind also gut, dass auch Xenia, mit 10 Jahren die jüngste Teilnehmerin, noch bei einigen Bowl Bashs dabei sein wird.



Lately, there had been way too many rumors about quarrel and maybe even a rift through the scateboarding community. In contrast, the sixth Bowl Bash on December 2nd demonstrated how it ought to be: There was comonality, fun and a great session that included all - skaters whose shirt print showed that they regard Olympics as a kind of Porta-Potti, as well as a member of Team Germany Skate and even (probably unbeknownst to many spectators) a real-life commission official.

Desipte the invitation to the event being rather late this year, 37 participants from e.g. Rhine-Main area, Lake Constance, Stuttgart and Augsburg made it to the Rock-n-Roll Bowl. In Veterans class some familiar faces were missing, probably due to the face that over-40s have other long-standing appointments when Christmas approaches fast. But the level of skating was unaffected. As an indication, three or four skaters included wall-bashes in their runs that would have been worthy of a best trick event.

Something that unites most bowl skaters beyond 16 years of age (sorry for American readers, that is the legal age for drinking beer in Germany) are barley-based sports drinks. And like in Formula One, you could see different fuel strategies in this respect. Either starting early in order to be fit again when its finals time. Or starting late and finding an, arguably better-looking, stand-in double to run in the final jam. Thus the cause of a next-day headache may be unclear for some contestants. Sadly however, for Tobias it was clear - he had to cope with two hard slams in the bowl before taking home first place.

One of the most daunting tasks in skateboarding is to convince some skaters that it is not their turn to snake in. At least here, during the other divisions' practise and contest one could enter the Rock-n-Roll Bar's miniramp or slip next door into the indoor skatepark of Rollbrett e.V. Even some hardcore street skaters found the other way around from the skatepark to join the celebration at the bowl. And next year Ole will provide Julio, who was so kind to be this year's MC, with a crash course in bowl and old school tricks in order to e.g. announce a Miller flip or a Texas plant instead of a "nice one" (which rightfully turned into "holy crap" during the final jams).

Props go out to Matze, the lord of the bowl and its 50.000 bolts, as well as to this year's event sponsor Titus Karlsruhe for keeping up the Bowl Bash tradition. Speaking of tradition - two out of the three starters that formed the kid's division at the first Bowl Bash joined this year's final jams. Good perspectives for the youngest starter Xenia, who is now 10, to join many more Bowl Bash events to come.


Ben Ali:

No fillers - just killers! 
Reece Knobloch fuhr sich als jüngster Teilnehmer wohlverdient den 3. Platz ein. Die Kombination aus Geschwindigkeit und Style, fast immer stay-on, gepfeffert mit No-comply-Desaster wo andere nur Axle-Stalls einbauen und seine Versuche, BS-Boneless auf die Zuschauertribüne to fakie zurück in den Bowl zu schmettern - der Junge spielt ganz vorne mit. 


Luca „Windhund“ Fischer und Ole Bustnes ballerten durch den Bowl als wären sie darin auf die Welt gekommen. Brothers from different mothers - wer hat ein Foto davon, wie Ole über den Kopf des auf der Extension liegenden Luca fliegt? 






Soviel Vertrauen können nur Skateboard-Brüder haben. 


Ob die Wand hält oder nicht, das interessierte trotzdem keinen - das komplette Starterfeld der gesponserten schallerte regelmäßig Fastplants oder Wallbashes an die Wand und dann auch mal nen Noseblunt-Drop vom Judging-Table first try in den Bowl hinein. 



Umso mehr Liebe sich im Raum breit machte, desto härter ballerte Tobi Engstler, der Pedro Barros des Allgäus, seine Tricks raus. 
Mittags bei den verrücktesten Blunt-Flip-Sugarcane-Kombis durchdrehen und permanent durchheizen, da dachten sich einige schon, er hätte sein Pulver verschossen. Trotz ein paar Muskelkrämpfen fuhr er durch und im Finale kamen dann noch so einige Banger. Nicht nur, dass er zwischen schnelle Liptricks hohe BS-Ollies packte - während andere vom Zuschauen schon kaputt waren ließ er die Runs auch noch ausklingen mit 360°-Flip-to-fakie, Blunt-Kickflip-to-fakie und mit der letzten Kraft Kickflip-to-fakie. Und das nach zwei harten Slams, einer davon so hart dass alle schon ne Schweigeminute eingelegt hatten weil das Kontakt-Geräusch von Kopf auf Holz so krass klang. Wohlverdient Tim Rebensdorf im Schatten stehen lassen. Der hatte zwar wie immer seine Crew am Start und die Crowd im Rücken - aber den Kingpin an dem Tag wohl lockerer als sonst. Die Lässigkeit konnte man durch die Zahnlücke pfeifen hören während er mal eben schulterhohe 360s über die Hip flog oder mit Leichtigkeit BS-Nosepicks to fakie an der Extension auspackte. 

Stephan Lovric steigerte sich von Run zu Run um gegen Ende hin zu zeigen, warum sie ALLE Sponsoren verdient haben. Verdammt hoch und weit fliegen und dabei Risiko eingehen. Der fast Kopfhohe FS-Flip wird nächstes mal eingetütet! 


Sponsored, unsponsered, Plätze, Preise, heiße Scheiße - eigentlich geht's beim Bowl Bash um den Spirit, dass Skater zwischen 10 und 57 Jahren sogar bis von Prag nach Karlsruhe fahren um zusammen ne heftige Session abzuhalten und hart zu feiern. Danke!


Und für die, die es wissen wollen, die Finalresultate:

Unsponsored
1. Nico Lovric
2. Ole Bustnes
3. Damien Descôtis
4. Tim Debatin
5. Christoph Morper
6. Benjamin Ali
7. Dennis Frieß
8. Christoph Adler

Sponsored
1. Tobias Engstler
2. Tim Rebensdorf
3. Reece Knobloch
4. Stephan Lovric
5. Luca Fischer

Veterans
1. Rüdiger Sielaff
2. Thorsten Busch
3. Torsten Stief
4. Paula Pirelli
5. Capitano



Dienstag, 7. November 2017

Mike McGill, frontside air, tucknee style, Livingston, Scotland 1982


Lasst das nur mal einsinken. So muss ein frontside air aussehen. Mike McGill, in Livingston 1982. 
Im Hintergrund Dee und Ian Urquhart, damals die Köpfe der Scottish Skateboard Association und Erbauer dieses genialen Skateparks

Just let that sink in. This is the way a frontside air has to look like. Mike McGill at Livingston, 1982
Dee and Ian Urquhart of the Scottish Skateboard Association in the background. They were the creators of this awesome skatepark.